
Das Christentum und der Weissdornn
Es war in vielen Kulturen üblich Bäume zu verehren. Viele von ihnen hatten aufgrund ihres Geruchs oder den duftenden Harzen einen direkten Bezug zu den Göttern.
Bei den Griechen war beispielsweise ein heiliger Baum die Platane. Da die Bäume Sitz der Götter waren oder zumindest durch Triaden beseelt waren, brachte man ihnen auch Geschenke, die man in ihre Zweige hängte.
Einer Legende nach drang ein persischer Eroberer auf seinem Streifzug weit nach Griechenland vor und er kam auch an eine geheiligte Platane. Er war so beeindruckt von dessen Mächtigkeit und göttlicher Ausstrahlung, dass er Goldgeschmeide in das Geäste hängte und zum Schutze der Platane einen Krieger zurück liess.
Hippokrates soll unter einer Platane seine Philosophien und Wissenschaften entwickelt haben – Buddha empfing seine Erleuchtung nach langen Meditationen unter einem Baum.
In unseren Kreisen ward der Holunder der Haus-, Hof und Geist-Baum. Im band man die Krankheiten und Wünsche an und er wurde geehrt und geachtet.
So verwundert es nicht wenn auch der Weissdorn ein Schutzbaum und Hagbaum war.
Seine Stacheln wehrten seit jeher das Ungute ab. Wenn man sein Gehöft verlassen musste, nahm man seinen Stab aus Weissdorn mit, dieser gab Schutz im übersinnlichen Sinne. Crataegus = Griechisch: Stark; abwehrend, hart.
Aus ihm entstand der Druidenstab und später der Bischofsstab, als Starker abwehrender magischer Stab. Auch als Hag-Baum hat er seine Bedeutung, er ist mythologisch ein Grenzbaum zwischen hier und dort, dem Diesseits und dem Jenseits.
Bezug zu den drei Nornen
Dann hat er mit seinem Farbenwechsel Weiss- Rot – Schwarz einen uralten Bezug zur griechischen Hekate und den Lebensmysterien der drei Nornen. Im keltischen Glauben und Brauchtum war der Weissdorn heilig. Auch heute gibt es in England noch heilige Weissdorne. Der bekannteste war wohl der Weissdorn von Glasbornbury. Die Legende besagt, dass er aus dem Stab von Josef von Arimathäa entsprang, 2010 wurde sein Nachkomme leider mehrfach geschändet.
Altes keltische Gebet:
“Du bist der Weissdornstrauch; Im Frühling kleidest du dich weiss, zur Zeit der Ernte aber kleidest du dich blutrot, dem Schaf, das unter dir hinweg geht, rupfst du das Fell. So ziehe auch von diesem Opfer, das durch das Tor geht, Böses, Unreines und den Zorn der Götter weg.“
Dieses Gebet zeugt davon, das man ähnlich wie beim Holunder der Überzeugung war, mit dem Gang durch den Weissdorn Krankheiten und Sünden abstreifen zu können.

Weissdorn die Herzenspflanze
Die frühen Christen waren überzeugt, dass die Dornenkrone Christi aus dem Weissdorn war und Christus wurde früher oft mit dem Dornenkranz um das Herz dargestellt. Natürlich stellt es das Leiden Christi dar, jedoch interessant ist hierbei der medizinische Bezug des Weissdorns zum Herz. Er ist ein bedingungsloser und starker Unterstützer des Herzens und es gibt keine zeitlichen Einschränkungen der Einnahme, was auch bei pflanzlichen Heilmitteln eher die Ausnahme ist. Er fördert die Durchblutung der Herzkranzmuskulatur und wirkt ausgleichend und ist in vielerlei Hinsicht einfach herzstärkend.
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